Pimp my Year: Ich hab unsere Neujahrsvorsätze verbessert

Das neue Jahr ist da und somit auch die Zeit der tollen Neujahrsvorsätze. Alle wollen schlanker, schneller, schlauer werden. Ihr würdet euch aber lieber unter einem Stein verkriechen und von allen in Ruhe gelassen werden mit diesem Scheiß? Oder hattet ihr hehre Ziele, aber am 2. Januar ist schon wieder Schluss mit dem tollen, neuen Leben? Ich hab mir die sieben beliebtesten Neujahrsvorsätze des Jahres 2017 angesehen und an die Realität angepasst. Die „verbesserten“ Vorsätze könnt ihr euch als Vorbild nehmen, darüber lachen oder der nächsten „Ich hab mit dem Rauchen aufgehört!“-Nervensäge schicken.

Platz 7 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Sparsamer sein
Besser: Gönn dir

Du willst sparen. Auf den Kaffee beim Bäcker verzichten und mit den gesparten Euros irgendwann ein Häuschen am Meer kaufen. Es tut mir leid, dir das so schonungslos sagen zu müssen, aber egal was dir Business Punk, Focus, Wirtschaftswoche und andere Prediger der freien Wirtschaft in ihren „So wirst du reich in sieben Tagen“-Bibeln empfehlen: Auch wenn du NIE WIEDER einen Kaffee beim Bäcker trinkst, wirst du dir trotzdem nie ein Häuschen irgendwo leisten können. Außer, dein reicher Onkel vererbt dir seine Millionen nur dann, wenn du nie wieder Bäckerei-Kaffee trinkst. Wenn dieser Morgenkaffee also das ist, was dir deinen Weg zur Arbeit versüßt: Go for it, Tiger. Sei dieses Jahr großzügiger dir selbst gegenüber.

Platz 6 und 5 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Abnehmen bzw. gesünder ernähren
Gegenvorschlag: Iss alles

Wenn du nur abnimmst, dann, ja dann wird alles besser! Dann spricht dich der heiße Arbeitskollege an, dann wirst du in deinem Bikini wie Vicotrias heißes Geheimnis aussehen und gesünder sein als jemals zuvor! Ich will hier gar nicht groß irgendwelche wissenschaftlichen Beweise zitieren, die zeigen, dass Diäten des Teufels sind und dass die einzigen, die von deinen Abnehmversuchen langfristig profitieren, die Hersteller von Abnehmprodukten sind. Ich will nur vorschlagen, mal statt „weniger essen“ was ganz Verrücktes auszuprobieren: Iss alles worauf du Lust hast.

Bevor du Schnappatmung bekommst und dich fürchtest, fett, fetter am fettesten zu sein (an dieser Stelle kurz mal nachdenken, warum du solche Angst davor hast, dick zu sein): Für den Anfang probier es mal für einen Tag. Wenn du die Sahnetorte, die Chips, das Steak, die Windbeutel und alles Leckere gegessen hast, wirst du nämlich sehen, dass sich erst mal nichts ändert, außer, dass du Sodbrennen hast oder dir übel ist von all dem vielen Essen. Und wenn du dann auf deinem Bett liegst und dein übervoller Bauch drückt,  kannst du dir überlegen: Ist das die Ernährungsweise, die die richtige für mich ist? Oder tausche ich lieber Chips gegen Salat? Egal, wofür du dich entscheidest: Lass dir bloß von keinem Diätratgeber erzählen, wie dein Speiseplan auszusehen hat, bevor du nicht alles gegessen hast, worauf du so Lust hast.

Platz 4 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Zeit für sich selbst
Wie wär’s mit: Lass dir die Zeit für dich selbst nicht streitig machen

Hier gibt es eigentlich keinen lustigen Gegenvorschlag, eher einen Aufruf, diesen Vorsatz zu verteidigen. Als Königin des Landes Introvertisistan (Bewohnerzahl: 1) bin ich ganz dafür, dass man Zeit für sich selbst findet. Aber es fällt schwer, ganze Tage oder Stunden für sich selbst abzuzwacken, wenn man einen Job, Freunde, Familie, Haustiere, schlichtweg Verpflichtungen hat. Eine weitere Erschwernis ist, dass es in letzter Zeit Mode geworden zu sein scheint, jedes Fitzelchen an freier Zeit „zu nutzen“: Schon Momo wusste, dass die einzigen, die davon profitieren, die grauen Männer sind. Anstatt dich also das nächste Mal zu ärgern, wenn du im Wartezimmer sitzt, im Stau stehst, auf den Bus wartest, oder du anfangen willst diese Zeit „wertvoll zu nutzen“, ist mein Gegenvorschlag: Denk an etwas Schönes. Denk an etwas, wofür du dankbar bist. Denk an das letzte Mal, dass du verliebt warst. Starr verflucht noch mal die Wand an, aber hör auf dir einreden zu lassen, dass nur Nützliches sinnvoll ist.

Platz 3 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Mehr bewegen/mehr Sport
Lieber: Beweg dich ein Wochenende lang nicht aus deiner Wohnung

Bleib ein ganzes Wochenende in deinem Zuhause. Deck dich mit genug Essen, Filmen, Spielen, Büchern oder dem Zeitvertreib deiner Wahl ein und los geht es: Sei faul, so richtig. Lass den weitesten Weg, den du in diesen 48 Stunden gehst, den zur Toilette oder zur Küche sein. Genieß es, wie weich dein Bett ist, kuschle dich in deine größte Kuscheldecke ein, finde die bequemste Position auf deiner Couch. Lass all die anderen Kilometer laufen, Gipfel erklimmen und Längen schwimmen: Du bist faul. Übrigens ist dieser Tipp durchaus auch mit anderen Menschen teilbar.

Platz 2 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Mehr Zeit für Familie und Freunde
Stattdessen: Verbring Zeit mit deinen Feinden

Okay, okay, „Feinde“ ist etwas krass formuliert, aber „Leute, die du seltsam oder unsympathisch findest“ klingt nicht ganz so knackig. Es müssen auch keine Tage oder Stunden sein, die du mit diesen Personen verbringst. Für den Anfang reicht ein Mittagessen mit dem Typen, den du im Büro schon immer etwas verschroben fandest. Oder ein Anruf bei deinem Großvater, der in letzter Zeit so wütend zu sein scheint. Im besten Fall stellt sich heraus, dass diese Menschen gar nicht so sind, wie sie zu sein scheinen und dein Arbeitskollege ein echt cooler Typ ist, der in seiner Freizeit Miniatureisenbahnen baut, und dein Großvater sich einfach nur von gesellschaftlichen Entwicklungen an den Rand gedrückt fühlt.

Im schlimmsten Fall hast du Zeit mit etwas verbracht, was dir keinen Spaß gemacht hat. Dafür weißt du dann umso mehr zu schätzen, wenn du Zeit mit Menschen verbringst, die dich verstehen und die du liebst.

Platz 1 der beliebtesten Neujahrsvorsätze: Stress vermeiden oder abbauen
Cooler: Zeig dem Stress, wer die Boss Bitch ist

Das hier ist kein Aufruf dazu, dich aufzuarbeiten um irgendwelche Zahlen zu erfüllen, die sich irgendwer anders in einer Mitarbeitergesprächs-Laune hat einfallen lassen. Es ist eher eine Erinnerung daran, dass Stress ein Zeichen dafür sein kann, dass man Kontrollverlust spürt. Dass man das Gefühl hat, einem wächst alles über den Kopf. Oberste Priorität hat dann, dem Stress Herr zu werden. Verschaff dir einen Überblick, was wann zu tun ist. Triff bewusst die Entscheidung, was du leisten willst und was du nicht leisten kannst. Es ist keine Schande, nicht alles zu machen. Zufriedene 80% sind immer noch besser als 100% und ein Magengeschwür.

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